Kurz beantwortet
In SSW 19 misst das Kind etwa 15 Zentimeter und wiegt rund 240 Gramm. Zwischen SSW 19 und 22 ist der zweite Ultraschall vorgesehen, bei dem zwischen einer Basis-Untersuchung und einer erweiterten Untersuchung der Organe gewählt werden kann.
Mit SSW 19 öffnet sich das Zeitfenster für den zweiten Ultraschall – die Untersuchung, die von allen dreien am meisten zeigt. Tag 120 bis 126 der ersten 1000 Tage.
Was in SSW 19 passiert
Das Kind misst etwa 15 Zentimeter von Scheitel bis Steiß und wiegt rund 240 Gramm. Die Proportionen nähern sich denen eines Neugeborenen an.
Auf der Haut bildet sich die Käseschmiere, eine weißliche Schicht, die vor dem ständigen Kontakt mit Fruchtwasser schützt. Darunter entsteht braunes Fettgewebe für die spätere Wärmeregulation.
Im Gehirn werden die Bereiche für die Sinne angelegt – Tasten, Schmecken, Hören, Sehen und Riechen bekommen jeweils eigene Regionen. Das Hörvermögen entwickelt sich weiter und ist etwa ab SSW 26 ausgereift.
| Bereich | Stand |
|---|---|
| Größe | etwa 15 cm Scheitel-Steiß-Länge |
| Gewicht | rund 240 Gramm |
| Haut | Käseschmiere bildet sich |
| Gehirn | Sinnesregionen werden angelegt |
| Tage der 1000 | Tag 120 bis 126 |
Was beim zweiten Ultraschall geprüft wird
Zur Wahl stehen zwei Varianten. Die Basis-Untersuchung prüft Wachstum, Fruchtwassermenge, Lage der Plazenta und einige Hinweiszeichen.
Die erweiterte Untersuchung geht darüber hinaus und sieht sich die Organe im Einzelnen an – Herz, Gehirn, Nieren, Bauchwand, Wirbelsäule. Sie wird von besonders qualifizierten Praxen durchgeführt und ist ebenfalls Kassenleistung.
Beide zeigen unterschiedlich viel, und ein Befund kann Entscheidungen nach sich ziehen, auf die niemand vorbereitet ist. Deshalb sollte die Wahl bewusst getroffen werden – eine Beratung vorher steht dir zu und ist ergebnisoffen.
Weiche Zeichen sind der häufigste Grund für Verunsicherung. Gemeint sind kleine Auffälligkeiten ohne eigenen Krankheitswert, die bei vielen Kindern vorkommen – etwa ein heller Punkt am Herzen oder eine leicht erweiterte Nierenbecken-Anlage. Für sich genommen bedeuten sie meist nichts. Werden sie ohne Einordnung genannt, lösen sie dagegen Wochen der Sorge aus. Die passende Nachfrage lautet deshalb: Was folgt daraus konkret, und wird etwas kontrolliert?
Was mit dem Geschlecht ist
Bei diesem Termin ist es meist erkennbar, wenn das Kind günstig liegt. Sicher ist die Aussage allerdings nicht immer – Verwechslungen kommen vor, besonders bei ungünstiger Lage.
Ob es mitgeteilt wird, entscheidest du. Manche Praxen fragen vorher, andere nennen es beiläufig. Wer es nicht wissen möchte, sollte das ausdrücklich zu Beginn sagen.
Ein Hinweis für den Fall, dass ihr es wissen wollt: Die Untersuchung dient anderen Zwecken, und die Person am Gerät konzentriert sich auf Organe und Wachstum. Die Frage am Ende zu stellen, ist praktischer als zwischendurch.
Was mit den Bewegungen passiert
Bei vielen Frauen sind sie in diesen Wochen erstmals spürbar. Anfangs als Blubbern, Flattern oder Muskelzucken – so unspezifisch, dass viele sie zunächst für Verdauung halten.
Bei einer ersten Schwangerschaft liegt die Spanne zwischen SSW 18 und 22, bei späteren früher. Sitzt die Plazenta vorne, dämpft sie die Wahrnehmung erheblich.
Ein verlässliches Muster entsteht erst ab etwa SSW 24. Bis dahin sind Phasen ohne spürbare Bewegung über Stunden normal und kein Warnzeichen.
Wie du dich auf den Termin vorbereitest
Mitnehmen solltest du den Mutterpass, die Versichertenkarte und eine Liste mit Fragen. Der letzte Punkt klingt banal und ist der wirksamste – im Sprechzimmer fällt regelmäßig genau das nicht ein, was zu Hause seit Wochen beschäftigt.
Wenn möglich, lohnt es sich, jemanden mitzunehmen. Für viele Partner ist dieser Termin der Moment, in dem die Schwangerschaft konkret wird – und zu zweit bleibt mehr von dem hängen, was gesagt wird.
Und wenn ein Befund in Fachsprache erklärt wird: nachfragen, bis es verstanden ist. Niemand erwartet, dass du es ohne Rückfrage einordnest, und ein kurzer Vermerk auf dem Zettel hilft für zu Hause.
Wie es dir geht
Die Gebärmutter reicht inzwischen fast bis auf Nabelhöhe. Typisch für diese Wochen sind ein Ziehen an den Seiten des Unterbauchs durch die Mutterbänder und erste Rückenschmerzen.
Dazu kommen eine verstopfte Nase, empfindliches Zahnfleisch, eine träge Verdauung und bei manchen Wassereinlagerungen in Beinen und Händen.
Beim Schlafen wird die Seitenlage zunehmend empfohlen. Ein Kissen zwischen den Knien macht sie bequemer – wer sich jetzt daran gewöhnt, hat es im letzten Drittel leichter.
Was jetzt gut tut
Bewegung wirkt gegen fast alle typischen Beschwerden. Schwimmen entlastet den Rücken besonders, weil das Gewicht getragen wird.
Beim Essen steigt der Bedarf an Eisen, Jod, Folat und Kalzium deutlich stärker als der Energiebedarf – dieser wächst im zweiten Drittel nur um etwa 250 Kilokalorien am Tag.
Beckenbodentraining zahlt sich später aus: Wer die Ansteuerung kennt, tut sich mit der Rückbildung leichter. Übungen zeigt die Hebamme.
Was mit dem Bauch passiert
Bei einer ersten Schwangerschaft wird er meist zwischen SSW 16 und 20 sichtbar, bei späteren früher. Der Zeitpunkt sagt nichts aus – weder über die Größe des Kindes noch über den Verlauf.
Entscheidend sind Körperbau, Lage der Gebärmutter und die Bauchmuskulatur. Vergleiche führen in dieser Frage deshalb zuverlässig zu falschen Schlüssen.
Was manche jetzt bemerken: eine dunkler werdende Linie am Bauch, empfindlichere Haut und verstärkte Pigmentflecken. All das bildet sich nach der Schwangerschaft meist zurück.
Was jetzt zu planen ist
Die Hebammensuche für die Wochenbettbetreuung gehört ganz nach oben, falls noch offen – in vielen Regionen sind die Plätze Monate im Voraus vergeben.
Ebenfalls sinnvoll: den Geburtsvorbereitungskurs buchen, der meist um SSW 30 stattfindet, aber früh ausgebucht ist. Und Klinik oder Geburtshaus anschauen, solange der Bauch nicht stört.
Welche Fristen sich aus deinem Termin ergeben, rechnet der Fristenrechner aus.
Was der Mutterpass jetzt zeigt
Nach dem zweiten Ultraschall füllt sich der Pass spürbar. Die Befunde werden dort eingetragen, dazu der Verlauf mit Blutdruck, Gewicht und Stand der Gebärmutter.
Der Gravidogramm genannte Teil in der Mitte zeigt die Entwicklung über die Zeit. Aus dieser Kurve lesen Fachleute mehr heraus als aus jedem einzelnen Wert – auffällig wird ein Verlauf, nicht ein Messpunkt.
Der Pass gehört ab jetzt immer mit, auch zu anderen Ärzten und im Urlaub. Im Notfall enthält er innerhalb von Sekunden alles Wichtige.
Wann du nicht abwarten solltest
In die Praxis gehören Blutungen, Flüssigkeitsabgang, regelmäßige Kontraktionen, Fieber sowie starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder plötzlichen Schwellungen im Gesicht. Auch anhaltende einseitige Unterbauchschmerzen sollten abgeklärt werden.
Zusammengefasst: Mit SSW 19 beginnt das Zeitfenster für den zweiten Ultraschall – die Untersuchung, die von allen dreien am meisten zeigt. Die Wahl zwischen Basis und erweiterter Variante sollte bewusst getroffen werden, und bei jedem Befund lohnt die Nachfrage, was konkret daraus folgt. Die ersten Bewegungen kommen bei vielen jetzt an.
Wie es weitergeht, steht in SSW 20, wenn Halbzeit ist. Welche Untersuchungen insgesamt vorgesehen sind, steht unter Schwangerschaftsvorsorge.
Häufige Fragen
Wann ist der zweite Ultraschall?
Zwischen SSW 19 und 22. Es kann zwischen einer Basis-Untersuchung und einer erweiterten Untersuchung gewählt werden, die die Organe im Einzelnen prüft – beide sind Kassenleistung.
Wie groß ist das Kind in SSW 19?
Etwa 15 Zentimeter von Scheitel bis Steiß und rund 240 Gramm schwer. Die Proportionen nähern sich denen eines Neugeborenen an.
Sieht man das Geschlecht?
Meist ja, wenn das Kind günstig liegt. Ob es mitgeteilt wird, entscheidest du – manche Praxen fragen vorher, andere nicht. Wer es nicht wissen will, sollte das vorher sagen.
Was sind weiche Zeichen?
Kleine Auffälligkeiten ohne Krankheitswert, die häufig vorkommen. Sie verunsichern, wenn sie ohne Einordnung genannt werden – deshalb lohnt die Nachfrage, was ein Befund konkret bedeutet.
Spüre ich jetzt Bewegungen?
Bei vielen ja, meist als Blubbern oder Flattern. Bei einer ersten Schwangerschaft liegt die Spanne zwischen SSW 18 und 22, bei vorn liegender Plazenta auch darüber hinaus.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien
- Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil in der Schwangerschaft
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutz
- Mutterschutzgesetz: § 3 MuSchG – Schutzfristen
Zuletzt geprüft am 23.08.2026
Maik Möhring
Herausgeber von 1000tage.de und Vater von vier Kindern. Hat die Fristen für Mutterschutz, Elterngeld und Kita-Anmeldung viermal selbst durchlaufen – zweimal davon zu spät. Schreibt deshalb vor allem über das, was im Amtsdeutsch untergeht: Anträge, Zeitfenster und die Frage, was passiert, wenn man eine Frist reissen lässt. Recherchiert ausschliesslich an Primärquellen und legt jede Zahl mit Stand und Herkunft offen.