Kurz beantwortet
In SSW 17 misst das Kind etwa 13 Zentimeter und wiegt rund 150 Gramm. Erste Kindsbewegungen sind bei manchen Frauen bereits spürbar, bei einer ersten Schwangerschaft meist ab SSW 18 bis 22. Der zweite Ultraschall ist zwischen SSW 19 und 22 vorgesehen.
SSW 17 liegt mitten in der Phase, die viele als die angenehmste beschreiben. Die Beschwerden des Anfangs sind weg, der Bauch stört noch nicht – und im Inneren passiert gerade eine Menge. Tag 106 bis 112 der ersten 1000 Tage.
Was in SSW 17 passiert
Das Kind misst etwa 13 Zentimeter von Scheitel bis Steiß und wiegt rund 150 Gramm. Die Beine sind inzwischen länger als die Arme, und die Proportionen nähern sich langsam denen eines Neugeborenen an.
Unter der Haut beginnt sich braunes Fettgewebe zu bilden – eine besondere Form, die später der Wärmeregulation dient. Sie ist der Grund, warum Neugeborene ihre Temperatur überhaupt halten können.
Das Skelett verknöchert weiter: Aus Knorpel wird Knochen, beginnend an den langen Röhrenknochen. Und die Sinne arbeiten: Das Kind reagiert auf Geräusche von außen, manche mit Bewegung, andere mit Ruhe.
| Bereich | Stand |
|---|---|
| Größe | etwa 13 cm Scheitel-Steiß-Länge |
| Gewicht | rund 150 Gramm |
| Fettgewebe | braunes Fett beginnt sich zu bilden |
| Skelett | Verknöcherung schreitet voran |
| Tage der 1000 | Tag 106 bis 112 |
Wann die ersten Bewegungen kommen
Das Kind bewegt sich seit Wochen, spürbar wird es erst jetzt. Bei einer ersten Schwangerschaft meist zwischen SSW 18 und 22, bei späteren oft früher – nicht weil das Kind aktiver wäre, sondern weil das Gefühl bekannt ist.
Anfangs fühlt es sich nicht nach Tritten an, sondern nach Blubbern, Flattern oder Muskelzucken. Viele halten die ersten Bewegungen für Verdauung und erkennen sie erst rückblickend.
Wann genau es passiert, hängt außerdem von der Lage der Plazenta ab: Sitzt sie vorne, dämpft sie die Wahrnehmung, und die ersten Bewegungen kommen später an.
In dieser Phase sind Kindsbewegungen noch kein Maßstab. Sie sind unregelmäßig und über Stunden nicht spürbar – das ist normal und kein Warnzeichen. Erst ab etwa SSW 24 entsteht ein Muster, das sich beobachten lässt. Ab dann gilt: Eine deutliche Abweichung vom Gewohnten gehört am selben Tag abgeklärt. Vorher lohnt es sich nicht, darauf zu achten.
Wie es dir geht
Bei den meisten sind Übelkeit und Erschöpfung vorbei, und die Energie ist zurück. Dafür treten andere Begleiter auf: ein Ziehen an den Seiten des Unterbauchs durch die mitwachsenden Mutterbänder, eine verstopfte Nase durch stärker durchblutete Schleimhäute, gelegentlich Nasenbluten.
Die Gebärmutter reicht inzwischen etwa bis zur Mitte zwischen Schambein und Nabel. Bei einer ersten Schwangerschaft wird der Bauch meist zwischen SSW 16 und 20 sichtbar, bei späteren früher.
Auch die Verdauung bleibt träge – ein Thema, das selten angesprochen wird und viele beschäftigt. Was hilft, sind Bewegung, Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit.
Was bei den Untersuchungen ansteht
Die Vorsorgetermine liegen weiterhin etwa alle vier Wochen. Geprüft werden Blutdruck, Gewicht, Urin auf Eiweiß und Zucker, der Stand der Gebärmutter und die kindlichen Herztöne.
Der zweite Ultraschall folgt zwischen SSW 19 und 22. Dort kann zwischen einer Basis-Untersuchung und einer erweiterten gewählt werden, die die Organe im Einzelnen prüft – diese Wahl sollte bewusst getroffen werden.
Wer sich unsicher ist, kann vorher eine Beratung in Anspruch nehmen. Sie steht zu und ist ergebnisoffen.
Was beim zweiten Ultraschall zur Wahl steht
Zwischen SSW 19 und 22 kann zwischen zwei Varianten gewählt werden. Die Basis-Untersuchung prüft Wachstum, Fruchtwassermenge, Lage der Plazenta und einige Hinweiszeichen.
Die erweiterte Untersuchung geht darüber hinaus und sieht sich die Organe im Einzelnen an – Herz, Gehirn, Nieren, Bauchwand, Wirbelsäule. Sie wird von besonders qualifizierten Praxen durchgeführt und ist ebenfalls Kassenleistung.
Die Wahl sollte bewusst getroffen werden, weil beide unterschiedlich viel zeigen können – und weil ein Befund Entscheidungen nach sich ziehen kann, auf die niemand vorbereitet ist. Eine Beratung vorher steht dir zu.
Was jetzt gut tut
Bewegung wirkt in dieser Phase gegen fast alle typischen Beschwerden. Schwimmen entlastet den Rücken besonders, weil das Gewicht getragen wird. Auch Schwangerschaftsyoga und gezieltes Beckenbodentraining sind sinnvoll – Letzteres zahlt sich nach der Geburt aus.
Beim Essen steigt der Energiebedarf im zweiten Drittel nur um etwa 250 Kilokalorien am Tag. Deutlich stärker steigt der Bedarf an Eisen, Jod und Folat.
Beim Schlafen ist die Rückenlage in dieser Phase noch unproblematisch. Wer sich an die Seitenlage gewöhnen möchte, kann jetzt damit beginnen – ein Kissen zwischen den Knien macht sie bequemer.
Was jetzt zu planen ist
Diese Wochen sind der beste Zeitpunkt für organisatorische Dinge. Die Hebammensuche für die Wochenbettbetreuung gehört ganz nach oben – in vielen Regionen sind die Plätze Monate im Voraus vergeben.
Ebenfalls sinnvoll: den Geburtsvorbereitungskurs buchen, der meist um SSW 30 stattfindet, aber früh ausgebucht ist. Und Klinik oder Geburtshaus in Ruhe anschauen, solange der Bauch nicht stört.
Reisen sind im zweiten Drittel am günstigsten. Welche Fristen sich aus deinem Termin ergeben, rechnet der Fristenrechner aus.
Was am Arbeitsplatz gilt
Spätestens jetzt sollte der Arbeitgeber informiert sein, damit die Schutzvorschriften greifen und die Gefährdungsbeurteilung erfolgen kann. Daraus können Anpassungen folgen – andere Aufgaben, andere Zeiten, im Einzelfall ein Beschäftigungsverbot.
Ein betriebliches Beschäftigungsverbot ist keine Krankschreibung: Der Lohn läuft weiter, und es wirkt sich nicht auf die Berechnung des Elterngelds aus.
Was in dieser Phase oft beschäftigt
Der Vergleich mit anderen. Ob der Bauch schon zu sehen ist, wie viel jemand zugenommen hat, wer schon Bewegungen spürt – all das schwankt erheblich und sagt nichts aus. Körperbau, Lage der Gebärmutter und die Position der Plazenta entscheiden mit.
Die Frage nach dem Geschlecht. Beim zweiten Ultraschall ist es meist erkennbar, wenn das Kind günstig liegt. Ob es mitgeteilt wird, entscheidest du – manche Praxen fragen vorher, andere nicht. Wer es nicht wissen will, sollte das vorher sagen.
Die Namenssuche. Sie beginnt bei vielen jetzt und dauert erfahrungsgemäß länger als gedacht. Ein praktischer Hinweis: Erzählt ihr die Auswahl im Umfeld, bekommt ihr Meinungen, die ihr nicht bestellt habt.
Wann du nicht abwarten solltest
In die Praxis gehören Blutungen, Flüssigkeitsabgang, regelmäßige Kontraktionen, Fieber und starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder plötzlichen Wassereinlagerungen. Auch anhaltende einseitige Unterbauchschmerzen sollten abgeklärt werden.
Zum Schluss die Einordnung, die für diese Wochen gilt: SSW 17 gehört zu den unspektakulären Abschnitten – keine großen Untersuchungen, keine Meilensteine, die man festhalten könnte. Genau das macht sie zur besten Zeit für alles, was Organisation braucht. Was jetzt erledigt wird, fehlt später nicht.
Wie es weitergeht, steht in SSW 20, wenn Halbzeit ist. Welche Untersuchungen insgesamt vorgesehen sind, steht unter Schwangerschaftsvorsorge.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Kind in SSW 17?
Etwa 13 Zentimeter von Scheitel bis Steiß und rund 150 Gramm schwer. Die Proportionen gleichen sich weiter an, die Beine sind inzwischen länger als die Arme.
Wann spüre ich die ersten Bewegungen?
Bei einer ersten Schwangerschaft meist zwischen SSW 18 und 22, bei späteren oft früher, weil das Gefühl bekannt ist. Anfangs fühlt es sich nach Blubbern oder Muskelzucken an, nicht nach Tritten.
Was steht als Nächstes an Vorsorge an?
Der zweite Ultraschall zwischen SSW 19 und 22. Dabei kann zwischen einer Basis-Untersuchung und einer erweiterten gewählt werden, die die Organe im Einzelnen prüft.
Darf ich noch auf dem Rücken schlafen?
In dieser Phase ja. Ab dem letzten Drittel wird die Seitenlage empfohlen, weil die Gebärmutter dann auf ein großes Blutgefäß drücken kann. Der Körper meldet sich dabei in der Regel selbst.
Wie viel sollte ich zunehmen?
Im zweiten Drittel etwa 300 bis 500 Gramm pro Woche, abhängig vom Ausgangsgewicht. Beurteilt wird der Verlauf über die Schwangerschaft, nicht der Wert einer einzelnen Woche.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien
- Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil in der Schwangerschaft
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutz
- Mutterschutzgesetz: § 3 MuSchG – Schutzfristen
Zuletzt geprüft am 22.08.2026
Maik Möhring
Herausgeber von 1000tage.de und Vater von vier Kindern. Hat die Fristen für Mutterschutz, Elterngeld und Kita-Anmeldung viermal selbst durchlaufen – zweimal davon zu spät. Schreibt deshalb vor allem über das, was im Amtsdeutsch untergeht: Anträge, Zeitfenster und die Frage, was passiert, wenn man eine Frist reissen lässt. Recherchiert ausschliesslich an Primärquellen und legt jede Zahl mit Stand und Herkunft offen.