1000 Tage
Tag 78 – 84 · SSW 14

SSW 14: Die Beschwerden lassen nach

Geprüft am 23.08.2026 Maik Möhring Von Maik Möhring 7 Min. Lesezeit Aktualisiert 23.08.2026
SSW 14 – sonnendurchflutetes Badezimmer. * Specific, not generic? Yes, very specific action/setting. * No
Symbolbild, mit KI erzeugt · Wie wir arbeiten

Kurz beantwortet

In SSW 14 misst das Kind etwa neun Zentimeter und wiegt rund 45 Gramm. Bei den meisten Frauen lassen Übelkeit und Müdigkeit in diesen Wochen deutlich nach, weil das Schwangerschaftshormon nach seinem Höchststand wieder absinkt.

SSW 14 gehört für viele zu den Wochen, in denen die Schwangerschaft leichter wird: Die Beschwerden des Anfangs lassen nach, und die Energie kommt zurück. Tag 78 bis 84 der ersten 1000 Tage.

Was in SSW 14 passiert

Das Kind misst etwa neun Zentimeter von Scheitel bis Steiß und wiegt rund 45 Gramm. Die Proportionen gleichen sich an, auch wenn der Kopf weiterhin groß wirkt.

Im Gesicht arbeiten inzwischen die Muskeln: Das Kind kann die Stirn runzeln, den Mund verziehen und Grimassen schneiden. Es sind ungesteuerte Bewegungen, aber sie üben Abläufe, die später gebraucht werden.

Auch die Nieren arbeiten, und das Kind schluckt Fruchtwasser, das es wieder ausscheidet. Der feine Flaum auf der Haut beginnt zu wachsen – er schützt die Haut und bildet sich vor der Geburt weitgehend zurück.

Anhaltspunkte in SSW 14
Bereich Stand
Größe etwa 9 cm Scheitel-Steiß-Länge
Gewicht rund 45 Gramm
Gesicht Muskeln arbeiten, erste Grimassen
Haut feiner Flaum beginnt zu wachsen
Tage der 1000 Tag 78 bis 84

Warum die Beschwerden nachlassen

Das Schwangerschaftshormon erreicht zwischen SSW 8 und 10 seinen Höchstwert und sinkt danach wieder ab. Damit gehen bei den meisten auch Übelkeit und Müdigkeit zurück.

Der Appetit kommt zurück, oft deutlicher als erwartet, und viele beschreiben einen Energieschub, der sich nach Wochen der Erschöpfung fast ungewohnt anfühlt.

Bei einem Teil der Frauen hält die Übelkeit länger an, in seltenen Fällen bis zur Geburt. Das ist unangenehm und sagt nichts über den Verlauf aus – und wer nichts bei sich behält oder an Gewicht verliert, gehört in die Praxis, weil die ausgeprägte Form wirksam behandelbar ist.

Ein plötzliches Nachlassen der Beschwerden ist kein Warnzeichen. In Foren wird daraus gelegentlich ein Hinweis auf ein Problem konstruiert. Tatsächlich endet die Übelkeit bei vielen recht abrupt, und die Stärke der Beschwerden sagt nichts über den Verlauf. Wer sich sorgt, bekommt beim nächsten Vorsorgetermin eine bessere Antwort als durch Selbstbeobachtung – und darf auch dazwischen anrufen.

Was neu dazukommt

Statt Übelkeit treten bei vielen andere Begleiter auf: eine verstopfte Nase durch stärker durchblutete Schleimhäute, empfindliches Zahnfleisch, gelegentlich Nasenbluten.

Auch ein Ziehen an den Seiten des Unterbauchs kommt vor – das sind die Mutterbänder, die mitwachsen. Es ist harmlos, kann aber unangenehm sein, besonders beim Aufstehen oder bei schnellen Bewegungen.

Die Verdauung bleibt träge. Was hilft, sind Ballaststoffe, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung – in dieser Reihenfolge.

Warum du noch nichts spürst

Das Kind bewegt sich seit Wochen, und im Ultraschall ist das deutlich zu sehen. Spürbar wird es trotzdem erst später: Es ist noch zu klein, und zwischen ihm und der Bauchwand liegt reichlich Fruchtwasser.

Bei einer ersten Schwangerschaft kommen die ersten Bewegungen meist zwischen SSW 18 und 22 an, bei späteren früher – nicht weil das Kind aktiver wäre, sondern weil das Gefühl bekannt ist.

Sitzt die Plazenta vorne, dämpft sie die Wahrnehmung zusätzlich. Auch das ist kein Nachteil für das Kind, nur für die Wahrnehmung.

Was bei der Ernährung zählt

Mit dem zurückgekehrten Appetit wird eine ausgewogene Ernährung wieder möglich. Wichtig bleiben Folsäure und Jod, dazu rückt Eisen stärker in den Vordergrund, weil das Blutvolumen steigt.

Der Energiebedarf steigt im zweiten Drittel nur um etwa 250 Kilokalorien am Tag – das entspricht einem belegten Brot, nicht einer zweiten Portion. Die Vorstellung, für zwei essen zu müssen, hält sich hartnäckig und stimmt nicht.

Tabu bleiben rohe tierische Lebensmittel wegen Listerien und Toxoplasmen. Kaffee ist bis etwa zwei Tassen täglich vertretbar.

Was jetzt gut tut

Bewegung ist bei unauffälligem Verlauf gut möglich und wirkt gegen fast alle typischen Beschwerden. Was vorher regelmäßig gemacht wurde, kann in angepasster Intensität weitergehen – zu vermeiden sind Sportarten mit Sturzrisiko oder starken Erschütterungen.

Schwimmen entlastet den Rücken besonders, weil das Gewicht getragen wird. Auch Schwangerschaftsyoga ist verbreitet und sinnvoll.

Beckenbodentraining zahlt sich später aus: Wer die Ansteuerung kennt, tut sich mit der Rückbildung nach der Geburt leichter. Übungen zeigt die Hebamme, und sie brauchen wenige Minuten am Tag.

Was jetzt zu planen ist

Diese Wochen sind der beste Zeitpunkt für organisatorische Dinge, weil Kraft und Konzentration da sind und der Bauch noch nicht stört.

Ganz oben steht die Hebammensuche für die Wochenbettbetreuung – in vielen Regionen sind die Plätze Monate im Voraus vergeben. Ebenfalls sinnvoll: den Geburtsvorbereitungskurs vormerken und Klinik oder Geburtshaus anschauen.

Bei nicht verheirateten Eltern lassen sich Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung schon jetzt kostenfrei beim Jugendamt erledigen. Welche Fristen sich aus deinem Termin ergeben, rechnet der Fristenrechner aus.

Was beim Zahnarzt zu bedenken ist

Eine Kontrolle in der Schwangerschaft ist sinnvoll, weil das Zahnfleisch durch die Hormonlage empfindlicher wird und Entzündungen häufiger auftreten – ein Zusammenhang, der oft unterschätzt wird.

Behandlungen sind möglich, die Praxis sollte aber über die Schwangerschaft informiert sein, damit Betäubung und Röntgen entsprechend geplant werden.

Das zweite Drittel gilt dabei als günstigster Zeitraum: Die Beschwerden des Anfangs sind weg, und das lange Liegen des letzten Drittels ist noch kein Problem.

Was am Arbeitsplatz gilt

Viele informieren ihren Arbeitgeber gegen Ende des ersten Drittels. Die Mitteilung ist freiwillig und an keine Frist gebunden – erst danach greifen jedoch die Schutzvorschriften, die Gefährdungsbeurteilung und der Kündigungsschutz.

Wer körperlich arbeitet, Nachtdienste hat oder mit Gefahrstoffen umgeht, sollte deshalb nicht länger warten. Für Vorsorgetermine besteht Anspruch auf Freistellung ohne Lohnabzug.

Was in dieser Phase häufig beschäftigt

Wem man es erzählt. Viele warten bis zum Ende des ersten Drittels, und diese Schwelle liegt jetzt hinter euch. Ein Zwang besteht nicht – es spricht ebenso viel dafür, früher zu sprechen, damit im Fall der Fälle nicht alles allein getragen werden muss.

Die Kleidung. Sie wird meist zuerst am Bund eng. Umstandsmode braucht es dafür nicht zwingend: Hosen mit elastischem Bund oder eine Bauchband-Verlängerung reichen bei vielen bis ins letzte Drittel.

Die Sorge um den Verlauf. Sie nimmt ab dieser Phase deutlich ab, weil das Risiko einer Fehlgeburt nach der zwölften Woche erheblich gesunken ist. Wer sie trotzdem spürt, ist damit nicht allein.

Wann du nicht abwarten solltest

In die Praxis gehören Blutungen, starke oder einseitige Unterbauchschmerzen, Fieber über 38 Grad, Flüssigkeitsabgang und Schmerzen beim Wasserlassen.

Zusammengefasst: In SSW 14 lassen die Beschwerden bei den meisten nach, und die angenehmste Phase der Schwangerschaft beginnt. Genau deshalb ist es der beste Zeitpunkt für alles Organisatorische – allen voran die Hebammensuche. Und dass die Übelkeit plötzlich endet, ist kein Warnzeichen, sondern der Normalfall.

Wie es weitergeht, steht in SSW 16 und SSW 20. Welche Untersuchungen insgesamt vorgesehen sind, steht unter Schwangerschaftsvorsorge.

Häufige Fragen

Wie groß ist das Kind in SSW 14?

Etwa neun Zentimeter von Scheitel bis Steiß und rund 45 Gramm schwer. Die Proportionen gleichen sich weiter an, auch wenn der Kopf noch groß wirkt.

Wann hört die Übelkeit auf?

Bei den meisten zwischen SSW 12 und 14, wenn der Wert des Schwangerschaftshormons wieder absinkt. Bei einem Teil hält sie länger an – das sagt nichts über den Verlauf aus.

Wann spüre ich die ersten Bewegungen?

Bei einer ersten Schwangerschaft meist zwischen SSW 18 und 22, bei späteren früher. Das Kind bewegt sich zwar längst, ist aber noch zu klein und zu weit von der Bauchwand entfernt.

Was steht als Nächstes an?

Der zweite Ultraschall zwischen SSW 19 und 22. Bis SSW 32 liegen die Vorsorgetermine im Abstand von etwa vier Wochen.

Was sollte ich jetzt organisieren?

Die Hebammensuche für die Wochenbettbetreuung gehört ganz nach oben – in vielen Regionen sind die Plätze Monate im Voraus vergeben. Alles andere hat Zeit.

Quellen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien
  2. Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil in der Schwangerschaft
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutz
  4. Mutterschutzgesetz: § 3 MuSchG – Schutzfristen

Zuletzt geprüft am 23.08.2026

Maik Möhring
Herausgeber und Redaktionsleitung

Maik Möhring

Herausgeber von 1000tage.de und Vater von vier Kindern. Hat die Fristen für Mutterschutz, Elterngeld und Kita-Anmeldung viermal selbst durchlaufen – zweimal davon zu spät. Schreibt deshalb vor allem über das, was im Amtsdeutsch untergeht: Anträge, Zeitfenster und die Frage, was passiert, wenn man eine Frist reissen lässt. Recherchiert ausschliesslich an Primärquellen und legt jede Zahl mit Stand und Herkunft offen.