Kurz beantwortet
Mit SSW 13 beginnt das zweite Schwangerschaftsdrittel. Das Kind misst etwa sieben Zentimeter, alle Organe sind angelegt und wachsen weiter. Bei den meisten Frauen lassen Übelkeit und Müdigkeit in diesen Wochen deutlich nach, und das Risiko einer Fehlgeburt ist deutlich gesunken.
Mit SSW 13 beginnt das zweite Drittel – und für viele die Phase, die im Rückblick als die angenehmste beschrieben wird. Die Beschwerden lassen nach, die Energie kommt zurück, und die größte Unsicherheit liegt hinter euch. Tag 71 bis 77 der ersten 1000 Tage.
Was in SSW 13 passiert
Das Kind misst etwa sieben Zentimeter von Scheitel bis Steiß und wiegt rund 25 Gramm. Die Proportionen gleichen sich langsam an, auch wenn der Kopf weiterhin groß wirkt.
Die Organe sind angelegt und arbeiten teilweise bereits: Die Nieren produzieren Urin, der ins Fruchtwasser abgegeben wird, der Darm ist inzwischen vollständig in den Bauchraum zurückgewandert. Auch die Stimmbänder entstehen.
Neu sind erste Reflexe. Das Kind kann die Finger beugen, den Mund öffnen und schließen und macht Saugbewegungen. Manche Kinder finden dabei bereits den Daumen.
| Bereich | Stand |
|---|---|
| Größe | etwa 7 cm Scheitel-Steiß-Länge |
| Gewicht | rund 25 Gramm |
| Organe | angelegt, teilweise in Funktion |
| Bewegung | erste Reflexe, Saugbewegungen |
| Tage der 1000 | Tag 71 bis 77 |
Warum diese Woche als Einschnitt gilt
Zwei Dinge fallen zusammen. Erstens ist die Organanlage abgeschlossen – die Phase, in der äußere Einflüsse Fehlbildungen verursachen können, liegt weitgehend hinter euch.
Zweitens sinkt das Risiko einer Fehlgeburt deutlich. Die meisten geschehen vor der zwölften Woche, und nach einem unauffälligen Ultraschall mit Herzaktion ist die Wahrscheinlichkeit erheblich geringer.
Genau deshalb erzählen viele Paare jetzt im weiteren Umfeld von der Schwangerschaft. Ein Zwang dazu besteht nicht – und es spricht ebenso viel dafür, früher zu sprechen, damit im Fall der Fälle nicht alles allein getragen werden muss.
Wie es dir geht
Bei den meisten lassen Übelkeit und Müdigkeit in diesen Wochen nach. Das hängt mit dem Schwangerschaftshormon zusammen, dessen Wert nach dem Höchststand um SSW 10 wieder absinkt.
Der Appetit kommt zurück, oft deutlicher als erwartet. Dazu kommt bei vielen ein Energieschub, der sich nach Wochen der Erschöpfung fast ungewohnt anfühlt.
Neu auftreten können dafür andere Beschwerden: eine verstopfte Nase durch stärker durchblutete Schleimhäute, empfindliches Zahnfleisch und eine träge Verdauung. Auch ein Ziehen an den Seiten des Unterbauchs kommt vor – das sind die Mutterbänder, die mitwachsen.
Ein plötzliches Nachlassen der Beschwerden ist kein Warnzeichen. In Foren wird daraus gelegentlich ein Hinweis auf ein Problem konstruiert. Tatsächlich endet die Übelkeit bei vielen recht abrupt, und die Stärke der Beschwerden sagt nichts über den Verlauf aus. Wer sich sorgt, bekommt beim nächsten Vorsorgetermin eine bessere Antwort als durch Selbstbeobachtung.
Was jetzt an Planung ansteht
Diese Wochen sind der beste Zeitpunkt für organisatorische Dinge, weil Kraft und Konzentration da sind und der Bauch noch nicht stört.
| Was | Warum jetzt |
|---|---|
| Hebamme für die Nachsorge | Plätze sind in vielen Regionen Monate im Voraus vergeben |
| Arbeitgeber informieren | erst danach greifen die Schutzvorschriften |
| Geburtsort anschauen | Klinik oder Geburtshaus in Ruhe vergleichen |
| Reisen | zweites Drittel gilt als günstigste Zeit |
| Elternzeit besprechen | Aufteilung klären, bevor Fristen drängen |
Was beim Ersttrimester-Screening zu wissen ist
Zwischen 11+0 und 13+6 liegt das Zeitfenster für das Ersttrimester-Screening – eine Kombination aus Ultraschall und Blutwerten, die eine Wahrscheinlichkeit für bestimmte Chromosomenbesonderheiten berechnet.
Es ist keine Regelleistung und wird meist privat abgerechnet. Wichtig zum Verständnis: Es liefert keine Diagnose, sondern eine statistische Einschätzung. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht, dass etwas vorliegt.
Vor jeder Entscheidung dafür oder dagegen lohnt die Frage, was ein Ergebnis für euch ändern würde. Wer sie nicht beantworten kann, sollte sich beraten lassen – ein Anspruch darauf besteht, und die Beratung ist kostenfrei.
Was der Arbeitgeber wissen muss
Die Mitteilung ist freiwillig und an keine Frist gebunden. Sobald sie erfolgt ist, muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung für deinen Arbeitsplatz vornehmen und Aufgaben gegebenenfalls anpassen.
Nicht zulässig sind unter anderem Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr, Akkord- und Fließbandarbeit, schweres Heben und der Umgang mit bestimmten Gefahrstoffen.
Ebenfalls ab dann geltend: der Kündigungsschutz und der Anspruch auf Freistellung für Vorsorgetermine ohne Lohnabzug.
Was sich im zweiten Drittel ändert
Die kommenden Wochen gelten als die stabilste Phase der Schwangerschaft. Die Beschwerden des Anfangs sind weg, die des Endes noch nicht da, und der Bauch stört bei den meisten Tätigkeiten noch nicht.
Was jetzt beginnt, ist eine Zeit des Wachstums: Das Kind vervielfacht sein Gewicht bis zur Geburt, und ab etwa SSW 18 bis 22 werden die ersten Bewegungen spürbar – ein Punkt, auf den viele Frauen wochenlang warten.
Auch die Vorsorge ändert ihren Charakter. Ging es bisher darum, ob sich alles anlegt, geht es nun um Wachstum, Versorgung und Verlauf.
Was bei Bewegung und Ernährung gilt
Mit der zurückgekehrten Energie ist Sport wieder gut möglich und wirkt gegen fast alle typischen Beschwerden. Schwimmen entlastet den Rücken besonders, weil das Gewicht getragen wird.
Beim Essen geht es weiterhin nicht um Verzicht, sondern um Zusammensetzung. Der Energiebedarf steigt im zweiten Drittel nur um etwa 250 Kilokalorien täglich – das entspricht einem belegten Brot, nicht einer zweiten Portion.
Der Bedarf an Eisen, Jod und Folat steigt dagegen deutlich stärker. Ob Präparate sinnvoll sind, klärt die Praxis anhand deiner Werte.
Was mit dem Bauch passiert
Die Gebärmutter reicht jetzt bis knapp über das Schambein und ist von außen bei manchen bereits zu erahnen. Bei einer ersten Schwangerschaft wird der Bauch meist zwischen SSW 16 und 20 sichtbar, bei späteren früher.
Der Zeitpunkt sagt nichts aus – weder über die Größe des Kindes noch über den Verlauf. Körperbau, Lage der Gebärmutter und die Bauchmuskulatur entscheiden mit.
Praktisch wird Kleidung meist zuerst am Bund eng. Umstandsmode braucht es dafür nicht zwingend: Hosen mit elastischem Bund oder eine Bauchband-Verlängerung reichen bei vielen bis ins letzte Drittel.
Was bei Reisen zu bedenken ist
Das zweite Drittel gilt als günstigste Zeit für Reisen: Die Beschwerden sind gering, die Beweglichkeit noch gut, und Komplikationen sind seltener als am Anfang und am Ende.
Fluggesellschaften befördern Schwangere in der Regel bis etwa SSW 36 ohne Weiteres, verlangen gegen Ende aber teils eine ärztliche Bescheinigung. Die Bedingungen unterscheiden sich – ein Blick in die Beförderungsbestimmungen vor der Buchung erspart Ärger.
Wichtiger als das Verkehrsmittel ist das Ziel: Reisen in Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko oder ohne verlässliche medizinische Versorgung sollten in der Schwangerschaft besprochen werden. Und die Auslandskrankenversicherung gehört geprüft, weil manche Policen Schwangerschaft ausschließen.
Wann du nicht abwarten solltest
In die Praxis gehören Blutungen, starke oder einseitige Unterbauchschmerzen, Fieber über 38 Grad, Flüssigkeitsabgang und Schmerzen beim Wasserlassen.
Und ein Gedanke zu dieser Schwelle: Das Ende des ersten Drittels wird oft als Sicherheitsgrenze erlebt, ab der man aufatmen darf. Das stimmt statistisch, taugt aber schlecht als Gefühl – Sorge lässt sich nicht per Kalender abstellen. Wer sie weiterhin spürt, ist damit nicht allein, und die Vorsorgetermine sind der richtige Ort, das anzusprechen.
Wie es weitergeht, steht in SSW 16 und SSW 20, wenn der zweite Ultraschall ansteht. Welche Untersuchungen wann vorgesehen sind, steht unter Schwangerschaftsvorsorge.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Kind in SSW 13?
Etwa sieben Zentimeter von Scheitel bis Steiß und rund 25 Gramm schwer. Die Proportionen gleichen sich an, auch wenn der Kopf weiterhin groß wirkt.
Ist das Risiko einer Fehlgeburt jetzt geringer?
Deutlich. Die meisten Fehlgeburten geschehen vor der zwölften Woche. Nach einem unauffälligen Ultraschall mit Herzaktion sinkt die Wahrscheinlichkeit erheblich – deshalb erzählen viele erst jetzt im weiteren Umfeld davon.
Wann hört die Übelkeit auf?
Bei den meisten zwischen SSW 12 und 14. Bei einem Teil hält sie länger an, in seltenen Fällen bis zur Geburt. Ein plötzliches Nachlassen ist kein Grund zur Sorge.
Wann sollte ich meinen Arbeitgeber informieren?
Viele wählen diesen Zeitpunkt. Die Mitteilung ist freiwillig und an keine Frist gebunden – erst danach greifen aber die Schutzvorschriften und die Gefährdungsbeurteilung.
Was steht als Nächstes an?
Der zweite Ultraschall zwischen SSW 19 und 22. Bis dahin liegen die Vorsorgetermine weiter im Abstand von etwa vier Wochen. Sinnvoll ist jetzt die Suche nach einer Hebamme.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien
- Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil in der Schwangerschaft
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutz
- Mutterschutzgesetz: § 3 MuSchG – Schutzfristen
Zuletzt geprüft am 22.08.2026
Maik Möhring
Herausgeber von 1000tage.de und Vater von vier Kindern. Hat die Fristen für Mutterschutz, Elterngeld und Kita-Anmeldung viermal selbst durchlaufen – zweimal davon zu spät. Schreibt deshalb vor allem über das, was im Amtsdeutsch untergeht: Anträge, Zeitfenster und die Frage, was passiert, wenn man eine Frist reissen lässt. Recherchiert ausschliesslich an Primärquellen und legt jede Zahl mit Stand und Herkunft offen.