Kurz beantwortet
In SSW 29 wiegt das Kind etwa 1300 Gramm und misst rund 39 Zentimeter. Der Schwerpunkt liegt jetzt auf Gewichtszunahme und Gehirnentwicklung. Der dritte Ultraschall steht zwischen SSW 29 und 32 an, ab SSW 32 liegen die Vorsorgetermine alle zwei Wochen.
Ab SSW 29 geht es weniger um Neues als um Zunahme: Das Kind legt an Gewicht zu, und das Gehirn wächst in einem Tempo, das es später nie wieder erreicht. Tag 197 bis 203 der ersten 1000 Tage.
Was in SSW 29 passiert
Das Kind misst etwa 39 Zentimeter von Kopf bis Fuß und wiegt rund 1300 Gramm. Unter der Haut baut sich Fettgewebe auf, wodurch die Falten allmählich verschwinden.
Das Gehirn wächst schnell und bildet immer mehr Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Dieser Vorgang setzt sich weit über die Geburt hinaus fort – er ist der Grund, warum die ersten 1000 Tage überhaupt als Zeitfenster gelten.
Auch die Knochen verfestigen sich weiter, wobei das Kind Kalzium aus dem mütterlichen Vorrat bezieht. Der Schädel bleibt dabei bewusst beweglich, damit er sich unter der Geburt anpassen kann.
| Bereich | Stand |
|---|---|
| Größe | etwa 39 cm von Kopf bis Fuß |
| Gewicht | rund 1300 Gramm |
| Haut | Fettgewebe glättet die Falten |
| Gehirn | rasches Wachstum, viele neue Verbindungen |
| Tage der 1000 | Tag 197 bis 203 |
Was beim dritten Ultraschall geprüft wird
Zwischen SSW 29 und 32 steht die dritte und letzte reguläre Ultraschalluntersuchung an. Geprüft werden Wachstum, Lage des Kindes, Fruchtwassermenge und Sitz der Plazenta.
Daraus ergibt sich ein Bild davon, wie die Geburt aussehen könnte. Liegt das Kind mit dem Kopf nach oben, wird das notiert und weiter beobachtet – viele drehen sich noch bis SSW 36.
Ebenfalls angesehen wird die Plazenta: Sitzt sie tief, wird das kontrolliert, weil daraus Konsequenzen für den Geburtsmodus folgen können.
Zur Gewichtsschätzung gehört eine Einordnung. Sie hat eine Fehlerbreite von etwa zehn Prozent, im letzten Drittel oft mehr – bei einem geschätzten Gewicht von 1300 Gramm können das über hundert Gramm in beide Richtungen sein, gegen Ende entsprechend mehr. Ein einzelner Wert sagt deshalb wenig. Beurteilt wird der Verlauf über mehrere Messungen, und genau dafür sind drei Ultraschalltermine über die Schwangerschaft verteilt.
Wie es dir geht
Die Gebärmutter drückt zunehmend auf Magen und Zwerchfell. Daraus folgen Sodbrennen und Kurzatmigkeit, besonders beim Treppensteigen und im Liegen.
Häufig sind außerdem Rückenschmerzen, Wadenkrämpfe, Wassereinlagerungen in Beinen und Händen sowie ein unruhiger Schlaf. Manche berichten von einem Kribbeln in den Fingern, das durch Einlagerungen entsteht und nach der Geburt verschwindet.
Übungswehen nehmen zu und werden deutlicher spürbar. Sie bleiben unregelmäßig und lassen bei Ruhe nach – anders als vorzeitige Wehen, die regelmäßig kommen und sich nicht beeinflussen lassen.
Was der Geburtsvorbereitungskurs bringt
Er vermittelt weniger Technik, als viele erwarten. Der größere Teil betrifft Einordnung: Wie läuft eine Geburt ab, welche Phasen gibt es, was passiert wann und welche Entscheidungen stehen an.
Dazu kommen Atem- und Entspannungstechniken, Positionen für die Wehenphase und Informationen zum Wochenbett. Für Partner gibt es meist eigene Termine oder Abschnitte.
Die Kosten übernimmt die Krankenkasse für die Schwangere; für Begleitpersonen fällt oft ein Eigenanteil an. Wer keinen Platz mehr findet, kann nach Wochenendkursen oder Online-Angeboten fragen – die Kassen erkennen unterschiedliche Formate an.
Was jetzt bei den Terminen passiert
Bis SSW 32 liegen die Vorsorgetermine noch alle vier Wochen, danach alle zwei. Bei jedem Termin werden Blutdruck, Gewicht, Urin, der Stand der Gebärmutter und die kindlichen Herztöne geprüft.
Ab dieser Phase kommen bei Bedarf CTG-Kontrollen dazu, mit denen Herzschlag und Wehentätigkeit über einen längeren Zeitraum aufgezeichnet werden.
Um SSW 35 bis 37 bieten viele Praxen zusätzlich einen Abstrich auf B-Streptokokken an. Fällt er positiv aus, bekommst du unter der Geburt ein Antibiotikum, was das Risiko für das Kind deutlich senkt.
Was jetzt vorzubereiten ist
Der Geburtsvorbereitungskurs beginnt meist um SSW 30. Wer noch keinen Platz hat, sollte sofort suchen – Wochenendkurse sind oft kurzfristiger verfügbar als wöchentliche.
Ebenfalls sinnvoll: die Kliniktasche zusammenstellen, die Anmeldung im Geburtsort klären und eine kinderärztliche Praxis suchen. Letztere wird häufig vergessen und ist nach der Geburt schnell nötig.
Und der Antrag auf Elterngeld lässt sich vorbereiten, auch wenn er erst nach der Geburt gestellt wird. Welche Fristen gelten, rechnet der Fristenrechner aus.
Was beim Geburtsort zu bedenken ist
Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt – die Entscheidung sollte in dieser Phase fallen, weil eine Anmeldung nötig ist und Plätze begrenzt sind.
Für die Klinik spricht die sofortige Verfügbarkeit von Kinderklinik, Operationssaal und Anästhesie. Für Geburtshaus und Hausgeburt sprechen Betreuungskontinuität durch eine bekannte Hebamme und eine ruhigere Umgebung – beides setzt allerdings einen unauffälligen Verlauf voraus.
Was sich lohnt: Informationsabende wahrnehmen und konkret fragen. Wie viele Frauen betreut eine Hebamme gleichzeitig? Wie hoch ist die Kaiserschnittrate? Wie wird mit Wunschvorstellungen umgegangen? Diese Antworten sagen mehr als jede Broschüre.
Was bei Ernährung und Bewegung zählt
Der Energiebedarf steigt im letzten Drittel um etwa 500 Kilokalorien am Tag gegenüber der Zeit vor der Schwangerschaft. Deutlich stärker steigt der Bedarf an Eisen, Kalzium und Jod.
Bei Sodbrennen helfen kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt weniger großer, und nicht direkt vor dem Schlafen zu essen.
Bewegung bleibt sinnvoll, wird aber anstrengender. Schwimmen ist in dieser Phase oft die angenehmste Form, weil das Gewicht getragen wird und der Rücken entlastet ist.
Was bei der Elternzeit jetzt zu klären ist
Die Anmeldung muss spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber vorliegen. Wer direkt nach dem Mutterschutz starten will, muss sie also etwa eine Woche nach der Geburt abschicken – in einer Phase, in der niemand an Formulare denkt.
Deshalb gehört das Schreiben jetzt vorbereitet: fertig formuliert, mit einer Lücke für das Geburtsdatum. Dann ist es eine Sache von Minuten.
Wichtig dabei: Verbindlich festlegen musst du dich nur für die ersten zwei Lebensjahre. Wer vorsorglich drei Jahre anmeldet, verliert Flexibilität, weil eine spätere Änderung die Zustimmung des Arbeitgebers braucht.
Wann du nicht abwarten solltest
In die Klinik gehören regelmäßige Kontraktionen, Blutungen, Flüssigkeitsabgang, deutlich verminderte Kindsbewegungen sowie starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder plötzlichen Schwellungen im Gesicht.
Bei den Bewegungen gilt weiterhin: Die Abweichung vom gewohnten Muster ist das Zeichen, nicht eine bestimmte Zahl. Weniger oder anders als sonst gehört am selben Tag abgeklärt – und in der Klinik ist man auf genau diese Frage eingestellt.
Zusammengefasst: In SSW 29 geht es um Zunahme, nicht um Neues – Gewicht und Gehirnentwicklung stehen im Vordergrund. Konkret anstehen der dritte Ultraschall zwischen SSW 29 und 32 und der Geburtsvorbereitungskurs. Und die Gewichtsschätzung ist eine Schätzung: Ein einzelner Wert sagt wenig, der Verlauf über mehrere Messungen dagegen viel.
Wie es weitergeht, steht in SSW 30 und SSW 36. Welche Untersuchungen vorgesehen sind, steht unter Schwangerschaftsvorsorge.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Kind in SSW 29?
Etwa 39 Zentimeter von Kopf bis Fuß und rund 1300 Gramm schwer. Bis zur Geburt kommen noch etwa zwei Kilogramm dazu, überwiegend Fettgewebe.
Wann ist der dritte Ultraschall?
Zwischen SSW 29 und 32. Geprüft werden Wachstum, Lage des Kindes, Fruchtwassermenge und Sitz der Plazenta – daraus ergibt sich, wie die Geburt aussehen könnte.
Wie genau ist die Gewichtsschätzung?
Sie hat eine Fehlerbreite von etwa zehn Prozent, im letzten Drittel oft mehr. Ein geschätzt großes Kind ist deshalb allein kein Grund für weitreichende Entscheidungen – beurteilt wird der Verlauf über mehrere Messungen.
Wann beginnt der Geburtsvorbereitungskurs?
Meist um SSW 30, mit Ende einige Wochen vor dem Termin. Wer noch keinen Platz hat, sollte sofort suchen – auch Wochenendkurse sind eine Möglichkeit.
Was hilft gegen Kurzatmigkeit?
Aufrechte Haltung, langsamere Bewegungen und beim Schlafen ein erhöhter Oberkörper. Sie entsteht durch den Druck auf das Zwerchfell und bessert sich, wenn das Kind gegen Ende tiefer rutscht.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien
- Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil in der Schwangerschaft
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutz
- Mutterschutzgesetz: § 3 MuSchG – Schutzfristen
Zuletzt geprüft am 22.08.2026
Maik Möhring
Herausgeber von 1000tage.de und Vater von vier Kindern. Hat die Fristen für Mutterschutz, Elterngeld und Kita-Anmeldung viermal selbst durchlaufen – zweimal davon zu spät. Schreibt deshalb vor allem über das, was im Amtsdeutsch untergeht: Anträge, Zeitfenster und die Frage, was passiert, wenn man eine Frist reissen lässt. Recherchiert ausschliesslich an Primärquellen und legt jede Zahl mit Stand und Herkunft offen.