1000 Tage

Schlaf

Was in welchem Alter normal ist, warum Durchschlafen etwas anderes bedeutet als erzählt wird und was tatsächlich hilft.

Geprüft am 21.08.2026 Redaktion 1000tage.de

Kurz beantwortet

Durchschlafen bedeutet in der Fachliteratur eine zusammenhängende Strecke von fünf bis sechs Stunden, nicht die ganze Nacht. Säuglinge schlafen im ersten Halbjahr rund 14 bis 17 Stunden pro Tag, Zweijährige noch 11 bis 14 Stunden inklusive Mittagsschlaf.

Der Begriff, der die meisten Missverständnisse erzeugt

Wenn im Bekanntenkreis erzählt wird, ein Kind schlafe mit drei Monaten durch, ist damit selten gemeint, was Eltern darunter verstehen. In der Fachliteratur gilt eine zusammenhängende Strecke von fünf bis sechs Stunden als Durchschlafen. Zwölf Stunden am Stück sind in den ersten beiden Lebensjahren die Ausnahme, nicht die Regel.

Diese Unterscheidung nimmt Druck. Ein Kind, das nachts zweimal wach wird, ist nicht auffällig, und die Eltern machen nichts falsch.

Warum der Schlaf im vierten Monat schlechter wird

In den ersten Lebensmonaten wechseln Säuglinge zwischen zwei Schlafzuständen. Etwa um den vierten Monat reift der Schlaf in Richtung des erwachsenen Musters mit mehreren Phasen unterschiedlicher Tiefe. An den Übergängen zwischen diesen Phasen wachen Kinder leichter auf.

Das erklärt, warum viele Familien ausgerechnet dann eine Verschlechterung erleben, wenn sich alles eingespielt hatte. Es ist kein Rückschritt, sondern ein Reifungsschritt – und er geht vorbei.

Was hilft und was nicht

Wirksam ist Verlässlichkeit: ein gleichbleibender, ruhiger Ablauf am Abend, gedämpftes Licht, wenig Reize. Ebenso hilfreich ist der Blick auf die Wachzeiten – übermüdete Kinder schlafen schlechter ein, nicht leichter.

Nicht hilfreich sind Methoden, die versprechen, die Schlafreifung zu beschleunigen. Die Architektur des Schlafs entwickelt sich von allein und lässt sich nicht antrainieren. Was sich beeinflussen lässt, sind die Rahmenbedingungen, nicht das Reifungstempo.

Sicherer Schlaf

Für das erste Lebensjahr gilt eine der bestbelegten Empfehlungen der Säuglingsmedizin: auf dem Rücken schlafen, auf fester Unterlage, ohne Kissen, Decke oder Nestchen im Bett, im rauchfreien Raum und bei nicht zu warmer Temperatur. Ein Schlafsack ersetzt die Decke.

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Häufige Fragen zu Schlaf

Wie viel Schlaf braucht ein Baby?

Neugeborene 16 bis 18 Stunden in kurzen Blöcken, im ersten Halbjahr 14 bis 17 Stunden, gegen Ende des ersten Jahres 12 bis 15 Stunden. Die Spanne ist gross und individuell sehr unterschiedlich.

Was bedeutet Durchschlafen wirklich?

Eine zusammenhängende Strecke von fünf bis sechs Stunden. Etwa die Hälfte der Kinder schafft das mit einem halben Jahr. Nächtliches Aufwachen bleibt bis weit ins zweite Jahr normal.

Warum wacht mein Kind plötzlich wieder häufiger auf?

Meist steckt ein Entwicklungsschritt dahinter: die Reifung der Schlafphasen um den vierten Monat, neue Bewegungsfähigkeiten, die nachts weitergeübt werden, oder das Fremdeln ab etwa acht Monaten.

Wie schläft ein Säugling sicher?

Auf dem Rücken, auf fester Matratze, im Schlafsack statt unter der Decke, ohne Kissen und Nestchen, im rauchfreien Zimmer der Eltern und bei etwa 18 Grad.

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Schlafen und Schlafumgebung
  2. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: Kinderärzte im Netz